Hunde und Katzen richtig füttern
Der Haushund stammt vom Wolf ab. Die Rassezucht hatte keine Auswirkungen auf die Anatomie und Physiologie der Verdauungsorgane, das System ist bei großen und kleinen Hunden identisch. Lediglich der Energiebedarf variiert je nach der Körpergröße. Wenn Sie das richtige Futter für Ihren Hund aussuchen ist die Beschaffenheit Ihres Hundes, sein Alter, seine Kondition, seine Umwelt, seine Aktivität, ob er unter Unverträglichkeiten oder Krankheiten leidet ausschlaggebend. 75% aller Krankheiten beim Hund lassen sich auf Ernährungsfehler bzw. minderwertiges Hundefutter zurückführen. Durch eine Futterumstellung sowie ausgesuchte Nahrungsergänzungsmittel lassen sich hier die meisten Krankheiten wie Allergie, Herz- Kreislauferkrankungen sowie Probleme mit dem Bewegungsapparat lindern bzw. beseitigen.
Da es sich bei jedem Tier um ein Individuum handelt, ist es angebracht die jeweiligen Lebensumstände genau zu betrachten und die Nahrung des Hundes dementsprechend anzupassen. Deshalb ist es nicht möglich eine einheitliche Futterempfehlung zu geben. Ich berate Sie gerne in der häuslichen Umgebung Ihres Tieres.
Welche Fütterungsmöglichkeiten gibt es?
Es gibt diverse Möglichkeiten seinen Hund/Katze zu füttern:
1. Rohfütterung (B.A.R.F) mit Zugabe von Flocken, Getreide und Gemüse
2. Dosenfutter
3. Trockenfutter extrudiert
4. Trockenfutter gepresst
5. Selbst zubereitetetes gekochtes Fleisch mit FlockHier kommt es darauf an, wie viel Zeit, Geld und Muße ein Hundebesitzer aufbringen oder eben nicht aufbringen kann.
Zu 1. BARF(Biologisches Artgerechtes Rohes Futter)
ein Begriff, der Futter beschreibt, das aus frischen Zutaten vom Hundebesitzer selbst zusammengestellt und roh verfüttert wird. Hierbei versucht man so weit wie möglich die Ernährung eines wild lebenden Kaniden, wie zum Beispiel die des Wolfes, zu imitieren.
Zu 2. Dosenfutter
Gekochtes Fleisch einer oder mehrerer Sorten, pur oder mit Getreide und Gemüse gemischt und unter Luftabschluß und hoher Temperatur gekocht und in Dosen verpackt. Zu bedenken ist, dass der Hund bei Gabe von ausschließlich Dosenfutter seinem natürlichen Kaubedürfnis nicht nachkommen kann. Auch Plaque und Zahnstein wird auf dauer ein Problem.
Zu 3. Trockenfutter extrudiert
Bei der Herstellung wird Mischfutter unter Einwirkung von Druck, Hitze oder Dampf (zwischen 160 - 250°) zu Brocken gepresst, gebacken oder extrudiert. Durch die Hitzebehandlung (Backen, Extrusion) wird die Stärke aufgeschlossen und hochverdaulich. Somit handelt es sich um ein bereits "vorverdautes Futter". Die Brocken quellen im Magen auf. Es ist auf die Zufuhr von reichlich Trinkwasser ist zu achten.
Zu 4. Trockenfutter gepresst
Die Inhaltsstoffe werden vermischt und nur 2-3 Minuten auf ca. 80° erhitzt es ist kein vorverdautes Trockenfutter (wie viele andere, auch teure Futtersorten), das bedeutet: Das Futter zerfällt im Magen in seine Bestandteile, der Magen wird nicht überdehnt (quillt nicht auf ) und somit wird die Gefahr einer Magendrehung reduziert. Die Darmperistaltik wird angeregt der Darm gereinigt, dies enspricht quasi einer Rohfütterun.
Zu 5. Selbstgekocht
Unterschiedliches Fleisch wird gekocht und mit Nudeln, Reis, Kartoffeln oder Flocken gemischt. Mit gekochtem oder rohem Gemüse und Zusatzstoffen wie z.B. Öl, Kräutern und Vitaminen sollte diese Mahlzeit ergänzt werden
Zu 6. Alles was auf unseren Teller kommt
Jeder Hundebesitzer sollte sich hier nach seinen Vorstellungen und Möglichkeiten entscheiden, wobei zu Punkt 6. zu sagen ist, dass eine dauerhafte, lebenslange Fütterung von unserem Tisch zu schwerwiegenden Schäden führt.
Was sollte mein Hund / Katze nicht fressen
Milch
Der Hund soll keine Milch, insbesondere keine Kuhmilch bekommen, da der Hundemagen die Laktose nicht verdauen kann. Quark, Joghurt und Käse stellen kein Problem dar und können bedenkenlos gefüttert werden.
Schokolade/Kakaoprodukte/Coffeinhaltige Nahrungsmittel
Hierin befindet sich ein pflanzliches Toxin, das Theobromin, sowie Koffein. 100mg pro Kg Körpermasse ist für einen Hund bereits tödlich. Eine durchschnittliche Tafel Bitterschokolade hat einen Theobromingehalt von 2100 mg pro 100 Gramm. Das bedeutet, ein ca. 20Kg schwerer Hund kann bei nur 1 Tafel eine tödliche Dosis erhalten. 4-12 Std. nach Aufnahme von Kakaoprodukten kommt es zu Erbrechen, Zittern, Muskelkrämpfen, Lähmungen, Delirium und plötzlichem Tod durch Herzversagen.
Rohe Hühnereier
Es ist ein alter Irrglaube, dass die Hunde vom rohen Eiklar ein glänzendes Fell bekommen. Vielmehr führt dies zu Durchfall. Ab und zu ein gekochter Eidotter schadet allerdings nicht.
Röhrenknochen von Geflügel
Tatsache ist, dass der Wolf durchaus auch Vögel frisst, sodass auch größere Hunde Geflügelknochen fressen können. Für kleine Hunde kann es aber durchaus eine Gefahr darstellen, da Knochen unkontrolliert aufsplittern können und in der Speiseröhre stecken bleiben oder diese sogar durchstechen könnten. Wenn Sie Knochen verfüttern dann nur roh, da durch den Kochvorgang die Knochen noch mehr splittern und auch nur dann, wenn der Hund gewöhnt ist Knochen zu fressen.
Schweinefleisch
Das Füttern von rohem Schweinefleisch kann beim Hund durchaus tödlich enden. Schweinefleisch kann Herpesviren enthalten, welche beim Hund die absolut tödliche Aujeszkysche Krankheit auslösen kann. Der Hund überlebt eine Infektion mit Herpesviren in der Regel nicht. Schweinefleisch muss für den Hund also in jedem Fall abgekocht werden.
Gesundheitsfördernde Nahrung
Bitte achten Sie darauf bei den Zusatzstoffen nur die reinen Zusätze zu füttern, da diese im Handel oft falsch benannt werden (z.B. als Grünlippmuschel deklariert, Inhalt aber nur 20% reines Extrakt, Rest sind unwichtige Füllstoffe)
Um die Gesundheit Ihres Hundes zu fördern und zu erhalten gibt es natürliche Möglichkeiten das Futter aufzuwerten. Hier einige Beispiele:
Naturjoghurt:
Geben Sie Ihrem Hund mehrmals wöchtentlich 1-2 Esslöffel Joghurt. Es fördert die natürliche Darmflora.
Honig/Pollen:
Pur oder mit Joghurt gemischt enthält Honig wichtige Vitamine, Enzyme und wirkt wie ein natürliches Antibiotikum.
Apfelessig:
Ein kleiner Spritzer täglich ins Trinkwasser versorgt den Hund mit Vitaminen und Mineralstoffen. Dadurch wird dasImmunsystem gestärkt und der Stoffwechsel angeregt.
Spirulina/ Chlorella:
Besonders gern wird die Alge zur Stärkung des Immunsystems,in der Rekonvaleszenz, bei Blutarmut (Anämie) sowie bei Allergien verwendet. Sie eignet sich sehr gut, um Nährstoffdefiziten bei der Fütterung vorzubeugen oder zu regulieren, entgiftet und entschlackt.
Kräuter:
Ob frisch ins Futter oder getrocknet als Vormischung unterstützt es den Fellwechsel und die Hauterneuerung
Lachsöl:
Lachsöl zeichnet sich durch seinen besonders hohen Gehalt am Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren aus. Bei Haut- und Fellproblemen, geschwächtem Immunsystem, Stoffwechselstörungenund Neigung zu Allergien.
Seealgenmehl:
Dieses Naturprodukt aus frischen Meeresalgen hat positive Wirkung auf die Pigmentierung und den allgemeinen Zustand des Fells. Der hohe Jodgehalt optimiert die Schilddrüsenfunktion. Darüber hinaus fördert die Alge die Verdauung und die Futterverwertung.
Knoblauchgranulat:
Durch die darmreinigende Wirkung von Knoblauch wird der Verdauungsvorgang optimiert und einem Wurmbefall vorgebeugt. Der über die Haut des Hundes abgegebene Knoblauchduftstoff schützt vor Ungeziefer.
Grünlippmuschelextrakt:
Besitzt einen hohen Gehalt an Glukosaminglykanen welche große Mengen Feuchtigkeit binden können. Nur so kann der Gelenkknorpel seinen Schmier- und Puffereffekt voll entfalten. Durch angezüchtete Gelenküberlastung, bei hohem körperlichen Einsatz, bei Gelenkentzündungen, bei Schnellwüchsigkeit oder im Alter kann dies aus dem Gleichgewicht geraten. Es werden mehr Glukosaminglykane ab- als aufgebaut, das Gelenk trocknet aus. Mit der Zufuhr von Glukosamin-glykanen kann dieser Prozess gestoppt werden. Die vorgeschädigte Knorpelschicht kann sich erholen. Die Grünlippmuschel zeichnet sich als ideale Gelenknahrung aus.


