Einige Heilpflanzen im Überblick
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Phytotherapie
Die Pflanzenheilkunde oder Phytotherapie ist die Lehre von der Anwendung der Heilpflanzen. Sie hat sich im Laufe der Jahrhunderte aus der Kräuterheilkunde entwickelt und stellt die wohl älteste arzneiliche Behandlungsform dar. Aus frischen oder getrockneten Pflanzenteilen oder Zubereitungen daraus werden Arzneien angefertigt zur Heilung oder Linderung von Krankheiten, Leiden und Befindlichkeitsstörungen, zur Förderung der Rekonvaleszenz nach schweren Krankheiten oder chirurgischen Eingriffen sowie zur Krankheitsvorbeugung. Pflanzenheilkunde eröffnet ungeahnte, therapeutische Möglichkeiten und ist eine vielseitige und umfangreiche Heilmethode. Sie kann aus einem riesigen Fundus an Erfahrungswerten, Mitteln und Anwendungsmöglichkeiten schöpfen. Sie ist heute sowohl in der universitären Ausbildung von Ärzten, als auch in der schulischen Ausbildung von Heilpraktikern fast in Vergessenheit geraten obwohl gerade die Phytotherapie sich durch ihre umfassende Wirkung auf den Menschen selbst bei schweren chronischen Erkrankungen auszeichnet. Es wird nicht an Symptomen orientiert therapiert, sondern die Ursachen einer Erkrankung, die auch in seelische und geistige Bereiche hineinreichen können, werden durch die richtige Auswahl an Heilpflanzen gelindert oder abgestellt.
Jahrtausende alte Erfahrung
Die Menschen aller Kulturen haben zu allen Zeiten die vielseitigen Wirkungen der Pflanzen bei Erkrankungen genutzt. So wie es auch heute bei manchen Tieren zu beobachten ist, haben mit aller Wahrscheinlichkeit in einer Mischung aus Instinkt und Erlerntem schon die Menschen der Steinzeit bestimmte Pflanzenteile gegessen, um damit gegen bestimmte Missempfindungen vorzugehen. Seit die Menschen zu mündlichen oder schriftlichen Überlieferungen fähig sind, ist das Wissen über die Wirksamkeit der Pflanzen bzw. pflanzlicher Zubereitungen überliefert worden. Daraus hat sich in den meisten Kulturen eine auch heute noch praktizierte Erfahrungsheilkunde entwickelt.
Die abendländische Heiltradition verfügt über einen Arzneischatz der über eine jahrtausende alte Anwendungstradition zurückblickt. Von Altertum und Mittelalter bis hin in die Neuzeit hat sich in Handschriften, Kräuterbüchern, in medizinischen und volksheilkundlichen Erfahrungsberichten immer mehr Wissen über Verwendung und Zubereitung pflanzlicher Arzneimittel angesammelt. Von ständiger Neugier getrieben lernten die Menschen schon in vorhistorischer Zeit den Gehalt der Inhaltsstoffe bei Kräutern und Wildpflanzen als Heilmittel zu nutzen. Sicher ist es kein Zufall, dass die großen Kräuterkundigen wie die heilige Hildegard von Bingen, der Dominikaner Albertus Magnus, in jüngerer Zeit Sebstian Kneipp und Maria Treben, alles gläubige Menschen waren und von der "Apotheke Gottes" sprachen. Heilpflanzen teilte man einst in sogenannte "Signaturpflanzen" bzw. "Sympathiepflanzen" ein. Die Signaturlehre ging davon aus, dass Pflanzen Zeichen tragen, die dem Menschen kundtun, gegen welche Krankheit oder zu welchem Nutzen sie eingesetzt werden, wovor sie schützen oder was sie auslösen können.






